Die Vereinigten Staaten entsenden zusätzliche Seestreitkräfte in Richtung Naher Osten. Die Verlegung soll etwa 9.000 bis 10.000 Seeleute und Marines umfassen und könnte die Zahl amerikanischer Flugzeugträger in der Region auf drei erhöhen.
Die gemeldete Verstärkung umfasst die Trägerkampfgruppe der USS Theodore Roosevelt und die amphibische Gruppe der USS Makin Island mit Marines an Bord. Associated Press berichtete am 1. Oktober unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter über die Bewegung. Sie erfolgt, während Präsident Donald Trump die Möglichkeit verstärkter Angriffe auf Iran nach den Zwischenwahlen im November offenhält.
Fox News identifizierte den Marineverband als 13th Marine Expeditionary Unit und meldete eine erwartete Ankunft bis Ende November.
Der Zeitplan ist wesentlich: Die Verstärkung bedeutet eine Truppenbewegung über mehrere Wochen und bestätigt nicht, dass ein weiterer Träger bereits im Nahen Osten eingetroffen ist.
Roosevelt würde zwei bereits eingesetzte Flugzeugträger ergänzen
Dem gemeldeten Plan zufolge würde die Theodore Roosevelt zur USS George H.W. Bush und USS George Washington stoßen. AP bezeichnete beide Träger bei Veröffentlichung des Berichts am 1. Oktober als in der Region im Einsatz.
AP berichtete zudem, dass der begleitende amphibische Verband die USS Makin Island, USS John P. Murtha und USS Anchorage umfasse. Gemeinsam würden Trägerkampfgruppe und amphibischer Verband Washingtons militärische Optionen um Marinefliegerkräfte und eingeschiffte Marines erweitern.
Die Personalangaben beziehen sich auf Seeleute und Marines innerhalb dieser Verbände. Sie sind nicht als Ankündigung zu verstehen, dass 10.000 zusätzliche Bodenkampftruppen an Land geschickt werden.
Die Verlegung allein legt auch nicht fest, wie lange drei Träger gleichzeitig in der Region operieren könnten. Das hängt von den Ankunftsterminen und davon ab, ob andere Schiffe bleiben oder abziehen.
Navy bestätigt Zwischenstopp der Roosevelt in Japan
Eine spätere Mitteilung der US Navy liefert eine aktuellere Position des Trägers während seines Einsatzes.
Die Navy erklärte, die Theodore Roosevelt sei am 16. Oktober gemeinsam mit dem Kreuzer USS Chosin und dem Zerstörer USS Decatur im japanischen Yokosuka eingetroffen. Der Besuch umfasste Wartung und Nachversorgung vor der Teilnahme an der Übung Keen Sword mit japanischen Streitkräften. Der Mitteilung zufolge führte die Trägerkampfgruppe Routineoperationen im Bereich der 7. US-Flotte durch.
Dieser bestätigte Zwischenstopp im Pazifik schließt eine spätere Weiterfahrt in Richtung Naher Osten nicht aus. Er bedeutet jedoch, dass das gemeldete Ziel und die erwartete Ankunft vom zuletzt dokumentierten Aufenthaltsort des Schiffs getrennt betrachtet werden müssen.
Trump hält weitere Angriffe auf Iran offen
Die Truppenbewegung fällt mit einer noch offenen Entscheidung über die nächste Phase der amerikanischen Operationen gegen Iran zusammen.
In einem von AP am 1. Oktober beschriebenen Interview mit Time sagte Trump, eine Verstärkung der Bombardierungen nach den Wahlen am 3. November sei möglich. Einen detaillierten Operationsplan legte er nicht vor.
Zusätzliche Kräfte würden Washington mehr Kapazität geben, falls es sich für eine Eskalation entscheidet. Ihre Verlegung ist jedoch für sich genommen kein Befehl zum Beginn einer neuen Kampagne.
Die unmittelbare Entwicklung ist die gemeldete Verstärkung amerikanischer Seemacht. Ihr tatsächlicher Umfang wird davon abhängen, welche Schiffe gleichzeitig im Nahen Osten eingesetzt sind. Jede Entscheidung über intensivere Angriffe bleibt von der Bewegung dieser Kräfte getrennt.