Die USA reduzieren das Personal ihrer Botschaften in Jordanien, im Libanon, in Katar und in den Vereinigten Arabischen Emiraten angesichts von Warnungen vor Bedrohungen aus Iran und durch die Huthi im Jemen. Die vier Vertretungen bleiben geöffnet; eine Ausreisepflicht für die Mitarbeiter besteht nicht, berichtete die Nachrichtenagentur AP.
Damit unterscheidet sich die Maßnahme von der angeordneten Ausreise aus Saudi-Arabien. Dort wurden nicht zwingend benötigte amerikanische Mitarbeiter und ihre Familien am 21. Oktober zum Verlassen des Landes aufgefordert. Der Unterschied ist wesentlich: Washington hat weder die Schließung der vier Botschaften noch eine einheitliche Evakuierungsanordnung für alle fünf Länder bekannt gegeben.
Geheimdienstwarnung und offizielle Einschränkungen
In einem Memorandum vom 23. Oktober an Außenminister Marco Rubio erklärte Geheimdienstkoordinator Jay Clayton, Iran habe seine Bemühungen zur gezielten Bedrohung amerikanischen Personals erheblich verstärkt. AP teilte mit, das Memorandum erhalten zu haben. Darin würden tödliche Anschlagsplanungen im Nahen Osten und andernorts als weit fortgeschritten beschrieben.
Dabei handelt es sich um amerikanische Geheimdienstbewertungen, nicht um öffentlich nachgewiesene Angriffe. Das Memorandum wurde erst nach der Ankündigung des Personalabbaus bekannt. Seine Veröffentlichung sollte deshalb nicht als Beginn der Maßnahme dargestellt werden.
Der am 23. Oktober aktualisierte Reisehinweis des Außenministeriums für Jordanien nennt ausdrücklich die gestiegene Gefahr möglicher Angriffe der Huthi sowie iranische Bemühungen, amerikanische Regierungsvertreter in der Region ins Visier zu nehmen. Regierungsmitarbeiter benötigen eine Sondergenehmigung für Reisen nach Jordanien. Bei veränderter Sicherheitslage sind weitere Personalanpassungen möglich.
Der Reisehinweis für Katar enthält vergleichbare Genehmigungspflichten. Beide Länder bleiben auf Stufe 3, die Amerikanern empfiehlt, Reisen zu überdenken. Die Aktualisierung bedeutet keine Anhebung der Warnstufe.
Für Libanon hält das Ministerium an Stufe 4 fest und rät von Reisen ab. Botschaftsmitarbeiter benötigen für private Reisen innerhalb des Landes eine vorherige Genehmigung. Washington warnt zudem vor seinen eingeschränkten Möglichkeiten, Nothilfe zu leisten.
Der Reisehinweis für die VAE bleibt auf Stufe 3. Besuche von Regierungsmitarbeitern auf Militärstützpunkten und an kritischen Energieanlagen erfordern wegen örtlicher Beschränkungen und möglicher Sicherheitsrisiken eine Sondergenehmigung. Die Hinweise beschreiben unterschiedliche Arbeitsbedingungen, kein identisches Abzugsverfahren an allen Standorten.
Trump hält militärische und diplomatische Optionen offen
Die Sicherheitsmaßnahmen fallen mit erneuten öffentlichen Drohungen mit Militäraktionen zusammen. In seinem Interview mit Fox News am 25. Oktober beschrieb Präsident Donald Trump seine Entscheidung als Wahl zwischen einem Abkommen mit Iran und weiteren Schritten, um die Konfrontation militärisch zu beenden.
Später sagte er Reportern, an diesem Tag werde es keinen Angriff geben, berichtete The National. Diese Aussage bezog sich auf den 25. Oktober und war keine Zusage für die folgenden Tage.
Amerikanische Regierungsvertreter erklärten AP, der Personalabbau hänge nicht mit möglichen neuen amerikanischen und israelischen Angriffen zusammen. Die Personalentscheidungen allein belegen daher weder die Genehmigung noch die Terminierung einer weiteren Operation.
Für die betroffenen Vertretungen besteht die bestätigte Veränderung in einer kleineren diplomatischen Präsenz unter fortbestehenden Sicherheitsauflagen. Die offiziellen Hinweise lassen weitere Anpassungen zu. Zeitpunkt und Ausgang möglicher neuer Militäraktionen oder eines Abkommens bleiben offen.