Die Hisbollah erklärte am 15. Oktober 2026, eine beschlagnahmte Sprengstofflieferung gehöre ihr, und forderte deren Rückgabe. Damit wurde ihr Streit mit der libanesischen Politik zur Waffenkontrolle öffentlich sichtbar. Bei einer Pressekonferenz im Parlament sagte der Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah, das Material sei zum Einsatz gegen israelische Streitkräfte bestimmt gewesen, wie L’Orient Today von der Pressekonferenz berichtete.

Libanons Präsident Joseph Aoun sagte US-Außenminister Marco Rubio unabhängig davon, Armee und Sicherheitsbehörden setzten Beschlüsse zur Beschlagnahme von Waffen und Munition und zur Bekämpfung des Schmuggels um. Der Bericht des Präsidialamts über das abendliche Telefonat bestätigte diese Position, ohne die Hisbollah oder die Sprengstofflieferung ausdrücklich zu nennen.

Eigentum wird beansprucht, der Verwendungszweck bleibt umstritten

Fadlallah sagte, die Hisbollah habe nach dem Anhalten des Fahrzeugs in Dahr al-Baidar Kontakt zu den Sicherheitsdiensten aufgenommen und sowohl die Freilassung der Festgenommenen als auch die Rückgabe der Ladung verlangt. Er beschrieb den Sprengstoff als Teil der Fähigkeiten der Gruppe gegen israelische Truppen im Libanon, hieß es im Bericht der Zeitung.

Diese Erklärung beantwortet, wer das Eigentum an der Lieferung für sich beansprucht. Sie belegt nicht unabhängig deren Zielort, operativen Zweck oder die strafrechtliche Verantwortung Beteiligter. Die Unterscheidung ist bei der Bewertung von Behauptungen über militärische Aktivitäten entscheidend: Eine Organisation kann Besitz bestätigen, während ihre Erklärung zur vorgesehenen Verwendung umstritten bleibt.

Zuvor hatte Aoun die Beschlagnahme bei einem Treffen mit Studierenden aus dem Medienbereich direkt angesprochen. Laut den veröffentlichten Äußerungen des Präsidialamts kritisierte er Berichte, die Untersuchungsergebnisse vorwegnahmen, und erklärte, die Ermittlungen verliefen getrennt von öffentlichen Spekulationen.

Washingtons Botschaft ist konkreter

Rubio habe Rechenschaft von denjenigen verlangt, die die Lieferung angeordnet, finanziert und geleitet hätten, und sich gegen die Rückgabe des Sprengstoffs an die Hisbollah ausgesprochen, sagte ein Vertreter des US-Außenministeriums Reuters in einem von The Times of Israel übernommenen Bericht.

Diese Darstellung gibt Washingtons berichtete Position wieder. Aouns eigener offizieller Gesprächsbericht betonte dagegen die Aufgaben der Sicherheitskräfte und die Bearbeitung übergebener Fälle durch die Justiz. Gesetze würden ohne Bevorzugung angewandt.

Beide Darstellungen sollten nebeneinander gelesen werden. Die libanesische Erklärung bestätigt das Telefonat und Aouns Botschaft zur Durchsetzung der Regeln. Sie bestätigt für sich genommen nicht jedes Detail, das der US-Vertreter Rubio zuschrieb.

Waffenkontrolle trifft auf den Streit um den Südlibanon

Aoun bat Rubio außerdem, Israel zum Ende der Angriffe, zur Einhaltung der Rahmenvereinbarung, zum Stopp von Erdarbeiten und zum Zugang für Bauern zu ihren Feldern zu drängen, teilte das Präsidialamt mit. Das waren Forderungen des libanesischen Präsidenten, keine Ankündigung einer israelischen Zustimmung.

Das Nebeneinander erklärt die unmittelbare militärische Bedeutung der Beschlagnahme. Libanons Präsident beansprucht die staatliche Kontrolle über Waffen und bemüht sich zugleich um Änderungen israelischer Operationen im Süden. Die Hisbollah beruft sich auf diese Operationen, um militärische Fähigkeiten außerhalb staatlicher Verwahrung zu rechtfertigen.

Weder der Eigentumsanspruch noch das diplomatische Telefonat verkündet abschließende Untersuchungsergebnisse. Neu war am 15. Oktober 2026, dass die Hisbollah öffentlich die Lieferung zurückforderte und Aoun öffentlich die Durchsetzung der Regeln bekräftigte. Über den endgültigen Verbleib der Ladung und die individuelle Verantwortung war damit nicht entschieden.