Die Ukraine erklärte am 15. Oktober, ein nächtlicher Neptun-Raketenangriff habe sechs russische Su-34M auf dem Flugplatz Borisoglebsk in der Region Woronesch beschädigt. Reuters berichtete, am selben Tag aufgenommene und von der Agentur überprüfte Satellitenbilder zeigten Zerstörung auf dem Flugplatz.

Die Bilder liefern Belege über die ukrainische Militärmitteilung hinaus. Im Reuters-Bericht klären sie jedoch nicht unabhängig den Zustand jedes der sechs Flugzeuge und belegen auch nicht, dass alle zerstört wurden.

Was die Ukraine meldete

Der ukrainische Generalstab erklärte, die Flugzeuge seien beim Angriff in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober unterschiedlich stark beschädigt worden. Das Militär nannte das Küstenraketensystem Neptun als eingesetzte Waffe. Die genaue Variante und die Zahl der Raketen wurden in den geprüften Berichten nicht angegeben.

Die Su-34M ist ein Jagdbomber, den Russland laut Reuters zum Abwurf von Gleitbomben einsetzt, auch gegen ukrainische Städte in Frontnähe. Auf einem Stützpunkt abgestellte Flugzeuge sind deshalb eine andere Art von Ziel als die Startbahn oder die zugehörigen Treibstoff- und Wartungsanlagen.

Ein einzelnes Foto oder eine Gesamtschadenszahl beantwortet nicht alle operativen Fragen. Wichtig sind Unterschiede zwischen reparierbaren Flugzeugen, Maschinen ohne Aussicht auf Rückkehr in den Dienst und Schäden an Unterstützungseinrichtungen. Die ukrainische Beschreibung unterschiedlicher Beschädigungen liefert diese Aufschlüsselung nicht.

Warum die Flugzeugzahl nur einen Teil erklärt

Sechs beschädigte Flugzeuge würden nicht zwangsläufig sechs endgültige Verluste bedeuten. Reparierbarkeit, Wiederherstellungsdauer und die Verfügbarkeit von Ersatzflugzeugen sind entscheidend. Der veröffentlichte Bericht belegt nicht, wie stark oder wie lange der russische Flugbetrieb beeinträchtigt wurde.

Auch die Nennung einer Raketenfamilie legt deren genaue Konfiguration oder Leistung bei diesem Angriff nicht fest. Unser Beitrag über Präzisionsmunition erklärt den Unterschied zwischen veröffentlichten Waffendaten und den dokumentierten Ergebnissen eines bestimmten Angriffs.

Weitere Bilder und detaillierte Bewertungen könnten das Schicksal der Flugzeuge klären. Vorerst verbindet die belastbarste Darstellung zwei Feststellungen, ohne sie gleichzusetzen: Reuters berichtete von physischer Zerstörung auf dem Flugplatz; die Bewertung von sechs beschädigten Flugzeugen stammt aus der Ukraine. So können Gefechtsmeldungen und Bildbelege einen Bericht stärken und dennoch unterschiedliche Fragen beantworten.