Rheinmetall hat den Wert seines Leistungsanteils und den geplanten Lieferzeitraum für 69 zusätzliche Schakal-Radschützenpanzer beschrieben, die OCCAR für Deutschland und die Niederlande bestellt hat. In seiner Mitteilung vom 29 ([Rheinmetall](https://www.rheinmetall.com/en/media/news-watch/news/2026/10/2026-10-29-schakal-wheeled-infantry-fighting-vehicles)). Oktober 2026 erklärte das Unternehmen, die Optionen erhöhten den Umfang des Programms von ursprünglich 222 auf insgesamt 291 Fahrzeuge für beide Streitkräfte. Laut Rheinmetall wurde der Grundvertrag im Oktober 2025 vergeben und enthält eine Option auf bis zu 200 zusätzliche Fahrzeuge. Diese Obergrenze unterscheidet sich von tatsächlich abgerufenen Mengen: Die Mitteilung nennt 291 als neuen Gesamtumfang, weshalb noch ungenutzte Optionen nicht so hinzugerechnet werden dürfen, als seien sie bereits vollständig bestellt (Rheinmetall).
Die Beschaffung liegt zeitlich vor dieser Mitteilung: OCCAR meldete die Option am 7 ([OCCAR](https://occar.int/news/occar-executes-option-for-additional-69-boxer-rct30-wheeled-infantry-fighting-vehicles-for-germany-and-the-netherlands)). August 2026, und KNDS veröffentlichte am selben Tag dieselben zusätzlichen Stückzahlen. Die Oktoberangaben sind deshalb als ergänzende Informationen zu Wert und Zeitplan dieses bestehenden Abrufs zu lesen, nicht als weitere Bestellung von 69 Fahrzeugen zusätzlich zu der bereits bekannten Tranche.
Auftrag und Verteilung auf die beiden Kunden
OCCAR vergab den Auftrag an Artec GmbH, das für das Boxer-Programm zuständige Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und KNDS Deutschland, wie Rheinmetall mitteilt. Die Mitteilung ordnet 35 zusätzliche Fahrzeuge der Bundeswehr und 34 dem niederländischen Heer zu und unterscheidet damit ausdrücklich die beiden nationalen Kunden innerhalb der gemeinsamen Beschaffung.
OCCAR nennt 150 zuvor bestellte deutsche Fahrzeuge und einen auf 106 erweiterten niederländischen Bestand; KNDS bestätigt Ausgangsmengen und Ergänzungen. Aus diesen veröffentlichten Zahlen ergeben sich 185 deutsche und 106 niederländische Fahrzeuge innerhalb der Gesamtmenge von 291, keine gleichmäßige Teilung; die Angaben betreffen laut diesen Bekanntmachungen den Schakal und nicht sämtliche national eingesetzten Boxer-Varianten.
Boxer-Fahrgestell mit einem vom Puma übernommenen Turm
Der Schakal verbindet das Radfahrgestell des Boxer mit dem Turm des kettengetriebenen Schützenpanzers Puma, beschreibt Rheinmetall. OCCAR bezeichnet die BOXER-RCT30-Konfiguration als Fahrzeug mit unbemanntem Turm, automatischer 30-mm-Kanone, dem Panzerabwehrlenkflugkörpersystem MELLS und Platz für sechs Soldaten, die für den abgesessenen Kampf mitgeführt werden.
KNDS ordnet das Fahrzeug den Mittleren Kräften zu und erklärt, der Turm könne bewegliche Ziele auch während der Fahrt bekämpfen. Rheinmetall nennt die Kanone MK 30-2/ABM und verweist auf gemeinsame Ausbildung und Logistik durch die Boxer-Plattform; das sind Beschreibungen der Hersteller, keine Ergebnisse unabhängig durchgeführter Einsatzprüfungen.
Lieferfenster und Grenzen der Preisangaben
Die zusätzlichen Fahrzeuge sollen nach aktueller Planung zwischen Mai 2032 und November 2033 ausgeliefert werden, heißt es in der Rheinmetall-Mitteilung vom Oktober. Derselbe Text nennt die Zustimmung des Bundestags-Haushaltsausschusses vom 24. Juni 2026 und trennt damit die Bewilligung, die Optionsmeldung im August und die spätere Lieferanteninformation vom künftigen Auslieferungszeitraum (Rheinmetall).
Rheinmetall beziffert seinen gemeinsamen Anteil an beiden Optionen auf einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag, ohne exakte Summe oder vollständigen Artec-Vertragswert offenzulegen. Die OCCAR-Mitteilung vom August nennt breitere Boxer-Investitionen des vorausgegangenen Jahres, nicht den Preis dieser 69 Fahrzeuge; aus keiner der Veröffentlichungen lässt sich deshalb ein belastbarer Stückpreis berechnen.