China und Pakistan haben am 14. Oktober die Ausbildung Karakorum 2026 auf einem Übungsstützpunkt in Korla im chinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang eröffnet. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Terrorismusbekämpfung in Höhenlagen. Das Programm reicht von individuellen Fertigkeiten bis zur gemeinsamen Führungsarbeit.
Anadolu berichtete über die Eröffnung unter Berufung auf China Military Bugle, einen offiziellen Medienkanal des chinesischen Militärs. Dem Bericht zufolge besichtigten pakistanische Soldaten chinesische Ausrüstung. Beide Seiten tauschten Erfahrungen bei der Terrorismusbekämpfung aus.
Chinas Verteidigungsministerium hatte die Ausbildung in Korla für Mitte bis Ende Oktober angekündigt. Die Eröffnung markiert damit den Übergang von einem angekündigten Vorhaben zu einer begonnenen Aktivität.
Von Drohnenfertigkeiten zur gemeinsamen Führung
Das veröffentlichte Programm umfasst die Bedienung unbemannter Luftfahrzeuge, Zielsuche und Schießen aus der Bewegung, Scharfschützenausbildung auf große Distanz, gemeinsame Führungsarbeit und Geländeübungen mit Truppen. Bei der Eröffnung wurden diese Punkte als bevorstehendes Programm beschrieben, nicht als bereits abgeschlossene Testreihe.
Die Kombination ist relevant, weil individuelle Fähigkeiten und das Zusammenwirken von Kräften unterschiedliche Fragen sind. Eine Drohne zu bedienen ist eine Fertigkeit; brauchbare Informationen durch einen gemeinsamen Führungsprozess weiterzugeben eine andere. Eine gemeinsame Übung kann beides ermöglichen, ohne dass ihre Ankündigung bereits etwas über den Erfolg aussagt.
Die Erwähnung von Drohnen benennt außerdem weder die eingesetzten Modelle noch deren Aufgaben. Wie der Überblick über militärische Drohnenkategorien erklärt, umfasst dieser breite Begriff Systeme mit sehr unterschiedlichen Rollen.
Die Teilnahme ist klarer als das Ergebnis
Die vorliegende Ankündigung und der Eröffnungsbericht enthalten keine vollständige Liste der beteiligten Verbände, Personalzahlen oder Ausrüstungsmodelle. Der Umfang der Ausbildung bleibt deshalb unklar. Auch eine veröffentlichte militärische Einheitsbezeichnung würde für sich genommen nicht zeigen, wie viele Soldaten tatsächlich anwesend sind.
Die offizielle Beschreibung nennt engere Zusammenarbeit und bessere Interoperabilität als Ziele. Interoperabilität bedeutet, dass Streitkräfte zusammenarbeiten können. Um sie zu beurteilen, wären jedoch Belege aus der Ausbildung nötig, etwa eine dokumentierte gemeinsame Führungsaktivität oder eine Abschlussbewertung.
Die feststellbare Entwicklung ist vorerst der Beginn einer bilateralen Heeresausbildung in Korla. Als Nächstes wäre aufschlussreich, welche Aktivitäten tatsächlich abgeschlossen wurden, welche Einheiten beteiligt waren und welche Lehren die Organisatoren nach eigener Darstellung gezogen haben.